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Wiener Hofwerkstätte

Reicher Krönungswagen ("Imperialwagen")

18. Jahrhundert

Unbezeichnete Schmierachsen.

L. 677 cm, H. 355 cm, B. 212 cm

Der Imperialwagen wurde vermutlich für Kaiser Karl VI. nach dem Vorbild französischer Karossen gebaut. Anders als diese ist er jedoch nicht mit einem Kutschbock ausgestattet, sondern nach spanischer Art vom Sattel aus zu lenken. Er wurde ursprünglich mit sechs und seit dem 19. Jahrhundert mit acht Schimmelhengsten aus dem Hofgestüt in Kladrub bespannt. Entsprechend der Tradition des 17. und 18. Jahrhunderts war der Imperialwagen als "kayserlicher Staats- Leibwagen" eine wichtige Insignie der Macht und Würde des Herrschers. Dementsprechend verherrlicht das Bildprogramm seiner 1763 wohl im Auftrag Kaiserin Maria Theresias entstandenen Panelmalereien die Herrschertugenden der Monarchin. Als vornehmster Wagen des Wiener Hofes wurde der Imperialwagen sowohl im Reich als auch in den Erblanden bei Krönungen und Erbhuldigungen verwendet. So war er bei den Frankfurter Krönungen 1764, 1790 und 1792 ebenso im Einsatz, wie bei den ungarischen Krönungen in Preßburg (1830, 1867) und Budapest (1916), oder bei der Mailänder Krönung 1838. Bei Verwendungen außerhalb Wiens mußte er für den Transport allerdings vollständig zerlegt und dann am Verwendungsort wieder zusammengebaut werden. In Wien wurde der Imperialwagen nur bei hohen kirchlichen oder dynastischen Festen verwendet: Bei der Hochzeit eines Kaisers oder Kronprinzen beispielsweise diente er der Braut für ihren feierlichen Einzug in die Residenzstadt (zuletzt Kronprinzessin Stephanie, 1881). (Dr. Kurzel, 1998, 2003)

Kunsthistorisches Museum Wien, Wagenburg

Inv.-Nr. WB_W_1_1

Siehe auch

 
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